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15. SSW: Produktion verlagert sich Inhouse

Das Baby ist in der 15. SSW mit ca. 10,5 cm etwa so groß wie ein Apfel. Beim Ultraschall wird die Scheitel-Steiß-Länge (SSL) ab jetzt nur noch als Vergleichswert genutzt, da er durch das unterschiedliche Strecken und Beugen des kleinen Körpers immer ungenauer wird. Für den Arzt wird der Biparetale Durchmesser (BPD) interessant. Dabei wird der Querschnitt des Kopfes vermessen, zu dieser Zeit beträgt er ungefähr 30 mm. Mit Hilfe weiterer Messwerte von Bauch und Oberschenkelknochen sowie einer speziellen Formel kann ein geschätztes Gewicht berechnet werden. In der 15. SSW liegt das bei ca. 50 g.  Da die Entwicklung von oben nach unten stattfindet, sind die Beine noch kürzer als die Arme. Die Leber produziert mittlerweile Gallenflüssigkeit und die Bauchspeicheldrüse beginnt mit der Herstellung von Insulin. Das sauerstoffreiche Blut fließt durch eine Öffnung des Herzens, die sich erst kurz vor der Geburt oder im ersten Lebensjahr verschließen wird. Seinen Energiebedarf deckt Ihr Baby durch Glucose aus der Plazenta, ist jetzt aber auch in der Lage Fettzellen zu verwerten. Die daraus gewonnene Energie wird für die Reifung der Organe benötigt. Auch das Cholesterin bezieht das Kind nicht mehr allein aus der Plazenta sondern beginnt mit der eigenen Herstellung.

Die werdende Mutter in der 15. SSW

Die 15. SSW wird oft begleitet von der Linea nigra. Der Ausdruck stammt aus dem Latein und bedeutet „schwarze Linie“. Gemeint ist damit eine Bindegewebsnaht vom Bauchnabel abwärts, die sich vor allem bei dunkleren Hauttypen in der Schwangerschaft bläulich bis rot verfärbt. Diese Pigmentierung wird verursacht von der erhöhten Melanin-Produktion, die auch für dunklere Brustwarzen und Achselhöhlen sorgt. Nach der Geburt werden die Verfärbungen aber schnell wieder verblassen. Ein ausreichender UV-Schutz und Aufenthalte im Schatten sind dabei förderlich. Schwangere neigen dazu, Dinge zu vergessen. Die Umstellung der Hormone lässt das Gehirn schrumpfen und die Leistung nimmt ab. Auch hier wird nach der Geburt der Ausgangszustand schnell wiederhergestellt, bis dahin sollten Sie aber alles Wichtige in einem Kalender festhalten.

Ab der 15. SSW kann Ihr Arzt eine Amniozentese durchführen, die Fruchtwassuntersuchung. Dabei wird mit einer dünnen Nadel ein Teil des Fruchtwassers entnommen und untersucht. Das Risiko einer Fehlgeburt liegt bei 1%, die Untersuchung wird daher nur in den folgenden Fällen empfohlen:

  • auffällige Ergebnisse bei vorherigen Tests
  • die werdende Mutter ist älter als 35 Jahre
  • genetische Vorerkrankungen in der Familie