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Wochenbettdepression – Postnatale Depression

Die Intensität einer Wochenbettdepression wird neben der hormonellen Umstellung nicht zuletzt auch von dieser Situation mit bestimmt. Bei einer ambulanten Geburt hat die Mutter kaum etwas mit der Krankenhausatmosphäre zu tun. Wenn keine Komplikationen auftreten, kann sie schon nach wenigen Stunden oder spätestens nach ein bis zwei Tagen die Klinik verlassen.

Eine freiberufliche Hebamme und der Kinderarzt kümmern sich nach Absprache in der Zeit danach um das Wohlergehen von Mutter und Kind.

Was ist eine Wochenbettdepression?

Wie intensiv das Stimmungstief im Wochenbett erlebt wird, hängt von vielen Faktoren ab – der Beistand des Partners ist dann jedoch in jedem Fall besonders wichtig.

Wie intensiv das Stimmungstief im Wochenbett erlebt wird, hängt von vielen Faktoren ab – der Beistand des Partners ist dann jedoch in jedem Fall besonders wichtig.

Schwangerschaft und Geburt sind vorbei, Mutter und Kind sind wohlauf, der Vater überglücklich und die Angehörigen erhalten die frohe Botschaft von der Geburt des Kindes.

Doch das unbeschwerte Glück wird spätestens am zweiten oder dritten Tag nach der Geburt zunächst einmal etwas getrübt. Die meisten Frauen reagieren nämlich an diesem Tagen mit einer akuten, plötzlichen Traurigkeit. Was früher ein Tabuthema war und von medizinischer wie auch von gesellschaftlicher Seite weit gehend ignoriert wurde, ist heutzutage ein ernst genommener Zustand, mit dem die Frauen auf die veränderte Lebenssituation reagieren.

Für einen Außen stehenden schwer nach zu vollziehen, brechen sie ohne konkreten Anlass in Tränen aus, sind gereizt, übersensibel und deprimiert. Wissenschaftlich gesehen, reagieren fast alle Frauen etwa am zweiten oder dritten Tag nach der Geburt mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten postnatalen (postnatale bedeutet nach der Geburt) oder postpartalen (von post partum für nach der Geburt) Depression.

Stimmungstief: Was ist die nachgeburtliche Depression?

Stimmungstief gemeinsam mit Familie

Gemeinsame Stunden mit dem Partner oder mit der Familie helfen vielen Müttern über das Stimmungstief hinweg.

Bis noch vor wenigen Jahren wurden die Gründe für eine nachgeburtliche Depression ausschließlich mit der hormonellen Umstellung des weiblichen Organismus erklärt. Neuere Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass nicht die Hormone allein, sondern das Wechselspiel zwischen Hormonen und Psyche für das entstehen dieses Stimmungstiefs verantwortlich ist. Denn wie alle körperlichen Abläufe, ob dem bewussten Willen unterworfen oder nicht, sind auch die hormonellen Regel- und Meldesysteme von der psychischen Verfassung abhängig. Ob bewusste oder unbewusste Ängste, verdrängte frühkindliche Erlebnisse oder aktuelle seelische Krisen, Partnerschaftskonflikte, soziale Probleme oder finanzielle Versorgungsnöte – alles wirkt sich letztendlich auf das empfindliche Gleichgewicht der Hormone aus. Tatsache ist, dass der weibliche Organismus in der Schwangerschaft Hormone herstellt, die er sonst nicht oder nur in geringeren Mengen produziert.

Die Kennzeichen ein postpartalen Depression

Folgende Symptome kennzeichnen eine potpartale Depression, wobei deren Ausprägung und Dauer bei den einzelnen Frauen unterschiedlich sein können:

Etwa zwei bis drei Tage nach der Geburt kommt es zu:

  • Plötzlichen, scheinbar unerklärlichen Weinanfällen;
  • Einem stark ausgeprägten Bedürfnis nach Anlehnung und getröstet werden;
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Lethargie;
  • Appetitlosigkeit;
  • Magen-Darm-Probleme (Verstopfung)
  • Nervosität und Überängstlichkeit;
  • Dem Gefühl ständiger Überforderung, auch dem Neugeborenen gegenüber;
  • Schuldgefühlen, die sich auf das Mutter sein beziehen („ich bin eine schlechte Mutter“)

Literatur zur Wochenbettdepression

Schwangerschaftsdepression ist eine Komplikation

Allerdings treten psychotische Störungen im Allgemeinen häufiger nach der Entbindung auf, da eine Schwangerschaft (besonders ab der 22.SSW) psychisch eher stabilisierend zu wirken schein. Folgende Therapie ist möglich: Gabe von Neuroleptika bzw. Antidepressiva unter Beachtung der Kontraindikation.

Je nachdem wie sich die Frau (bewusst oder unbewusst) fühlt, ob sie mit Freuden schwanger ist, mit gemischten Gefühlen das Kind erwartet, beeinflusst dies das Gleichgewicht hormoneller Prozesse. Nach der Entbindung verändert sich erneut die Produktion körpereigener Botenstoffe, denn die Hormon produzierende Plazenta wird ausgeschieden. In ihr wurde das Progesteron, das beruhigend und ausgleichend wirkt und Östrogene, die die Schwangerschaft aufrecht erhalten, gebildet. Kurzfristig sackt der Hormonspiegel sogar auf niedrigere Werte, als vor der Schwangerschaft. In dieser Phase muss der weibliche Organismus Schwerstarbeit leisten, um sich dieser zweiten großen Veränderung im Hormonhaushalt anzupassen.

Doch damit ist es nicht genug, denn jetzt beginnt im Körper die dritte Veränderung: Nun werden andere, für die Milchproduktion und die Rückbildung der Gebärmutter zuständige Hormone vermehrt gebildet (wie das Oxytozin und das Prolaktin). Außerdem trägt der Blutverlust durch die Geburt- gegebenenfalls auch die Dammschnitt- oder Kaiserschnittwunde- ebenfalls dazu bei, dass sich der Körper in einem regelrechten Ausnahmezustand befindet.

BabyBlues oder Wochenbettdepressionen?

Verständnis für den Partner

Verständnis und Einfühlungsvermögen helfen und machen der Mutter Mut

Spätestens am zweiten Tag danach spüren die Frauen ihren Körper wieder, machen sich Gedanken über die Geburt und fühlen die neue, große Veränderung in ihrem Leben bewusster als je zuvor. Weitere körperliche Reaktionen kommen hinzu: Die Milch „ schießt ein „, die Brust ist stark angeschwollen und die ersten Stillversuche verursachen oft Schmerzen. Das Resultat: Die Mutter ist völlig erschöpft, macht sich Vorwürfe aund fühlt sich als Versagerin. Auch das Baby reagiert auf den Seelenstress der Mutter mit einem Tief. Es schreit, wacht häufiger auf, ist hungrig und wird nicht richtig satt. Insgesamt betrachtet ist es kein Wunder und nur allzu verständlich, wenn eine Mutter in dieser Zeit ihren Tränen freien Lauf lässt. Es ist eine völlig normale Reaktion in einem Zustand, der von tief greifenden körperlich-seelischen Veränderungen, Umstellungen und Strapazen geprägt ist. Was die Wöchnerin jetzt braucht ist Verständnis, eine große Portion Einfühlungsvermögen ihrer Mitmenschen und Hilfe.

Während man dem Kind glücklicherweise in fast allen Geburtskliniken einen sanften Start ins Leben ermöglicht, ist der Beginn der Mutterschaft für die meisten Frauen alles andere als sanft. Der Alltag in den Kliniken ist häufig von Zeit- und Personalmangel geprägt. Es ist deshalb gut, wenn eine Freundin, der Partner oder andere Angehörige der Mutter mit Rat und Tat zur Seite steht und auch mit ihr über ihre Probleme und Bedürfnisse spricht. Fehlt diese Vertrauensperson, fühlt sich die Mutter in dieser Situation mit ihren Ängsten und Sorgen leicht allein gelassen.

Weitere Hilfsmittel

Wochenbettdepression oder Mutterglück

Die Intensität und die Dauer einer postpartalen Depression hängen von all diesen Faktoren b. Meist lässt das Stimmungstief nach ein bis zwei Tagen wieder nach. Es kann aber auch vorkommen, dass sich die Symptome spätestens dann wiederholen, wenn Mutter und Kind nach Hause kommen, denn zu diesem Zeitpunkt muss sich die Frau erneut auf eine veränderte Situation einstellen. Laut statistischer Angaben sind die meisten Frauen noch zwei bis drei Wochen nach der Geburt in einem besonders labilen körperlichen und seelischen Zustand.

Was aber die wenigsten wissen ist, dass bei zehn bis zwölf Prozent aller jungen Mütter dieser depressive, psychisch labile Zustand auch erst nach Wochen, manchmal sogar erst nach Monaten einsetzt und oftmals sehr lange Zeit anhalten kann. Ein Zusammenhang mit der Geburt kann dann meist nicht mehr hergestellt werden, da sie schon so lange zurückliegt. Auch Ärzte tun sich mit der Diagnose „ postpartale Depression „ zu diesem Zeitpunkt schwer. Tatsache ist, dass die anfangs erwähnten Symptome auftreten und die Frauen unter massiven Persönlichkeitsstörungen und körperlichen Reaktionen leiden.

Die Ursachen einer Wochenbettdepression sind vielfältig

Einige Wochen oder gar Monate nach der Geburt können folgende Symptome auftreten:

  • Massive Schlafstörungen und/oder häufige Alpträume.
  • Starke muskuläre Verspannungen des gesamten Halte- und Stützapparats bis hin zur „Steifheit„.
  • Innere Abwehr gegen das Stillen oder völlige Teilnahmslosigkeit während des Stillens.
  • Innere Abwehr gegen den Haukontakt mit dem Kind.
  • Tiefsitzende Ängste oder gar Panikattacken (Angst vor dem kommenden Tag oder dergleichen).
  • Störungen im Selbstwertgefühl („ich bin zu nichts nutze„),im Ich-Gefühl („ich bin nicht mehr ich selbst„)und im Körpergefühl („Mein Körper gehorcht mir nicht mehr„).
  • Völlige sexuelle Lustlosigkeit.

Hilfe bei Wochenbett-Depression – was kann ich tun?

Sprechen Sie das Thema postpartale Depression in ihrem geburtsvorbereitenden Kurs an. Die meisten Frauen trifft dieses Gefühl völlig unerwartet. Wenn Sie ungefähr wissen, was auf Sie zukommt, können sie sich selbst besser verstehen und dies auch anderen vermitteln.

Es ist wünschenswert, dass Sie größtmögliches Verständnis für Ihre Situation aufbringen, denn Sie reagieren in diesen Momenten ganz normal auf eine extreme Belastungssituation. Alles, was Sie jetzt brauchen ist Verständnis und Einfühlungsvermögen seitens der Angehörigen sowie wohlmeinende Hilfe. Fordern Sie dieses Recht von sich selbst genauso wie von ihrem Partner, Ihrer Freundin oder Ihrer Mutter.

Darüber hinaus gibt es aber auch die Möglichkeit, in dieser Zeit von einer Fachfrau betreut zu werden. Was viele nicht wissen: Jede Frau kann vor einer Entbindung, aber vor allem im Wochenbett und die erste Zeit zu Hause die Hilfe einer freien Hebamme in Anspruch nehmen. Die freiberuflichen Geburtshelferinnen sind nämlich nicht nur für Hausgeburten zuständig, sondern sie besuchen Sie auch im Krankenhaus und in den ersten zehn Tagen nach der Entbindung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Leistungen. Adressen von freien Hebammen erfahren Sie meist bei Ihrem Frauenarzt / Ihrer Frauenärztin oder bei den örtlichen Gesundheitsämtern. Allerdings müssen Sie sich rechtzeitig, am besten schon während Ihrer Schwangerschaft, mit einer freiberuflichen Hebamme in Verbindung setzen.

Die nachgeburtliche Depression

Alle stärkeren und länger anhaltenden nachgeburtlichen Depressionen sollten allerdings fachkundig behandelt werden. In solchen Fällen sprechen sie zunächst mit Ihrem Frauenarzt / Ihrer Frauenärztin darüber. Viele Mediziner verschreiben ihren Patientinnen antidepressiv wirkende Mittel. Diese Mittel sind sehr wirksam, sie unterrücken allerdings nur die Symptome der postpartalen Depressionen, und das bedeutet noch eine Heilung.

Wenn während der Medikamenteneinnahme nicht die seelischen Selbstregulationsmechanismen wieder in Gang kommen, kann bei ernsteren Depressionen eine Psychotherapie (zum Beispiel Gesprächstherapie, Partner- oder Familientherapie, Körpertherapie) erforderlich werden.

Bemerken sie leichtere Symptome der postpartalen Depression erst Wochen oder Monate nach der Entbindung, so besteht eine Möglichkeit der Heilung darin, dass Sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließen, um die Probleme gemeinsam zu meistern. In einer solchen Gruppen finden Sie Verständnis, können ich ohne Angst vor Vorwürfen aussprechen, von den Erfahrungen anderer Frauen profitieren und daraus Ihre Selbsterkenntnis vertiefen.