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Das Wochenbett – auch Kindbett genannt

Der Begriff Wochenbett, auch Kindbett genannt, bezeichnet die erste Zeit nach der Geburt (etwa sechs bis acht Wochen). In dieser Phase spielen sich im weiblichen Körper und in der Seele der frisch gebackenen Mutter relativ große Veränderungen ab.

Es ist deshalb der Abschnitt erhöhter Sensibilität was die Anpassung an die veränderte Situation anbelangt: Alles ist neu, bedingt durch die hormonelle Umstellung fühlt sich der Körper anders an. Das Kind ist da und beansprucht die ganze Aufmerksamkeit und so weiter.

Frauen reagieren unterschiedlich im Wochenbett

Jede Frau reagiert in dieser Zeit individuell. Einige fühlen sich völlig erschöpft und überfordert, schalten erst einmal ab, indem sie viel schlafen. Andere sind dagegen hellwach, in euphorischer Stimmung und können sich gar nicht vom Anblick ihres Kindes trennen.

Früher wurde auf diese „Zustände“ mehr Rücksicht genommen, da die Frauen die „Zeit danach“ meistens zu Hause verbrachten. Die Hebamme oder der Hausarzt betreute sie fast rund um die Uhr. Vierzehn Tage, wenn nötig auch länger, sah die Hebamme täglich nach der Mutter und dem Neugeborenen. Sie überzeugte sich, ob sich die Frau von den Anstrengungen der Schwangerschaft und der Geburt gut erholte. Und ob der Wochenfluss normal war und kein Fieber auftrat. Außerdem achtete sie auf die Entwicklung des Kindes, half der Mutter beim Stillen, wusste, wie man die Milchproduktion fördert, oder gab wertvolle Ratschläge, um Brustentzündungen zu verhindern.

Die meisten Mütter verbringen die ersten Tage nach der Geburt in der Klinik – das Kind versorgen sie die meiste Zeit selbst

Alles in Allem war sie der jungen Mutter eine wichtige Hilfe und vertrauensvolle Beraterin in nahezu allen Lebenslagen. Auch die Familie bemühte sich, in dieser Zeit besonders rücksichtsvoll zu sein. Der Haushalt wurde meist von der eigenen Mutter, einer Verwandten oder Bekannten geführt. Den Wünschen der Mutter nach außergewöhnlichen Speisen und Getränken entsprach man bereitwillig. Und die frischgebackene Oma kümmerte sich gerne und ausgiebig um das neue Familienmitglied.

Mütter im Kindbett hatten es früher leichter

Diese heile Welt ist heute allerdings nicht mehr anzutreffen, muss doch in den Entbindungskliniken Zeit, Ruhe und Zuwendung für eine Frau im Kindbett mit dem straff organisierten Medizinbetrieb unserer Tage unter einen Hut gebracht werden – das erscheint auch dem Außenstehenden als eine schier unlösbare Aufgabe.

Die medizinische Nachbetreuung erfolgt meist zuhause

Während in der Klinik die medizinische Nachbetreuung von Mutter und Kind im Vordergrund steht, tritt die seelische Wochenbettbetreuung in den meisten Fällen in den Hintergrund. Die Intensität einer Wochenbettdpression wird neben der hormonellen Umstellung nicht zuletzt auch von dieser Situation entscheidend mitbestimmt. Bei einer ambulanten Geburt hat die Mutter kaum etwas mit der Krankenhausatmosphäre zu tun, wenn keine Komplikationen auftreten. Sie kann meist nach ein bis zwei Tagen die Klinik bereits wieder verlassen.

Die Wochenbettzeit, insbesondere die Früh-Wochenbettzeit beträgt allgemein 7 Tage. Während dieser ersten Zeit finden die meisten Veränderungen statt, gerade an der Gebärmutter. Der Körper der Wöchnerin muss mit den Veränderungen zurecht kommen. Geburtsverletzungen (gerade nach einem Kaiserschnitt) müssen heilen, die Milchproduktion muss geregelt und es muss darauf geachtet werden ein Kindbettfieber zu vermeiden.

Eine freiberufliche Hebamme und der Kinderarzt kümmern sich nach Absprache in der Zeit danach um das Wohlergehen von Mutter und Kind.

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