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Erste Hilfe bei Unfällen

Wenn sich ein Kind verletzt hat und Unfallhilfe geleistet werden muss da es vielleicht in Lebensgefahr schwebt, müssen Eltern schnell und gezielt handeln. Aber auch die kleinen „Wehwehchen“ wie Nasenbluten, harmlose Schürfwunden oder Insektenstiche können durch richtige Handgriffe rasch behandelt werden.

Bisse

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Kinder irgendwann einmal von einem Haustier oder von anderen Kindern gebissen wird. Vom Frühjahr bis zum Spätherbst besteht in einigen Regionen (vor allem in Süddeutschland und in Österreich) zudem die Gefahr, durch Zecken verletzt zu werden.

Bezüglich der Zeckenbisse sollen Eltern folgendes wissen: Nicht jeder Biss macht krank, aber ein bestimmtes Risiko besteht trotzdem. Denn die kleinen Blutsauger können die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) übertragen, eine Virusinfektion, die zu Entzündungen am zentralen Nervensystem führt. Auch mit der Lyme-Borreliose kann sich das Kind durch einen Zeckenbiss infizieren. Diese Krankheit wird von einer bestimmten Bakterienart verursacht, die – ohne entsprechende Behandlung – langwierige, schmerzhafte Hirn- und Nervenentzündungen hervorrufen kann. Gegen FSME besteht Impfmöglichkeit.

Behandlung:

Welche Maßnahmen bei einer Bisswunde ergriffen werden müssen, die von Haustieren stammt, hängt davon ab, wie tief die Wunde ist und ob die Tetanusimpfung noch wirkt. Ist diese Impfung noch wirksam, reicht bei kleinen, oberflächlichen Bisswunden das Reinigen mit einer jodfreien Tinktur (aus der Apotheke) oder mit Calendulaessenz, die mit Wasser im Verhältnis eins zu fünf verdünn wurde. Bei größeren, tiefen Wunden oder Bissverletzungen im Gesicht muss man das Kind zum Arzt bringen. Bei Bissen durch Tiere sollt immer auch die Möglichkeit einer Tollwutinfektion in Betracht gezogen werden, insbesondere dann, wenn es sich um Waldtiere oder um unbekannte Tiere handelte. Bisse von anderen Kindern müssen ebenfalls mit den oben beschriebenen mitteln gereinigt werden und gegebenenfalls mit einem Verband versorgt werden. Treten Komplikationen wie Eiterabsonderungen auf, muss sich ein Arzt die Wunde anschauen.

Wurde das Kind von einer Zecke gebissen, raten die Experten des Bundesgesundheitsamtes, das Tier einfach aus der Haut zu ziehen, und zwar mit Hilfe einer Pinzette oder mit den bloßen Fingern gegen die Stichrichtung, also nach hinten oben – und das darf auch nicht zu fest geschehen: Wird der Blutsauger nämlich gequetscht, steigt die Infektionsgefahr!

Zeckenbisse bei Kindern

Zecke / Holzbock auf einem Blatt Makro Wurde das Kind von einer Zecke gebissen, sollte diese mit einer Pinzette gegen die Stichrichtung herausgezogen werden

Insektenstiche bei Kindern

Hornisse beim Stechen in die Hand Wurde das Kind von Insekten gestochen, helfen aufgelegte Kartoffelscheiben gegen den Schmerz

Danach muss man sich die Hände waschen und die Einstichstelle mit einem jodfreien Desinfektionsmittel reinigen. Bleiben noch Zeckenteile in der Haut zurück, werden diese innerhalb von wenigen Tagen abgestoßen. Wenn sich die Haut an dieser Stelle jedoch entzündet, muss das Kind zum Arzt. Treten nach ein bis zwei Wochen plötzlich Kopfschmerzen oder Fieber auf oder ist ein roter Fleck um die Bissstelle zu sehen – er muss jedoch nicht unbedingt genau dort auftreten – ist eine Arzt dringend erforderlich.

Unfälle durch Ertrinken

Babys und Kleinkinder können schon bei geringen Wassermengen ertrinken. Ob in der häuslichen Badwanne, im Swimmingpool, im Gartenteich oder auch nur in einem mit Wasser gefüllten Eimer – überall, wo Wasser ist, sollten Eltern ihre Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen.

Behandlung:

Bei rechtzeitigem Auffinden wird das Kind die verschluckte Menge herauswürgen und erbrechen. Dazu muss man es über das eigene Knie legen, den Kopf mit einer Hand an der Stirn stabilisieren und mit der anderen Hand leicht auf den Rücken klopfen, und zwar in dem Bereich zwischen den beiden Schulterblättern. Ist das Kind bereits bewusstlos, führt man Wiederbelebungsversuche, wie die Mund-zu-Mund- oder die Mund-zu-Nase-Beatmung und bei Herzstillstand zusätzlich eine Herzmassage durch. Sobald das Kind wieder bei Bewusstsein ist, wird es das verschluckte Wasser erbrechen. Auf jeden Fall muss in der Zwischenzeit ein Notarzt gerufen werden.

Insektenstiche

Gerade in den Sommermonaten August und September kommt es sehr häufig vor, dass Kinder von Bienen oder Wespen gestochen werden. Lebensgefahr droht dann, wenn das Kind allergisch auf das Bienen- oder Wespengift reagiert oder wenn es im Mund oder im Rachen gestochen wurde.

Behandlung:

Zunächst wird der Stachel vorsichtig mit einer Pinzette aus der Haut gezogen. Danach müssen die Schmerzen gelindert werden: Zwiebel-, Kartoffel- oder Apfelscheiben, die man auf den Stick legt, helfen dabei sehr gut. Damit sich der Stich nicht entzündet, kann er mit Calendulasalbe- oder essenz (in Apotheken erhältlich) eingerieben werden. In der Hausapotheke sollte ich für alle Fälle ein Antihistaminpräparat (aus der Apotheke) befinden. Wurde das Kind im inneren Mundbereich gestochen, muss sofort ein Arzt oder das nächste Krankenhaus aufgesucht werden. Auf dem Weg dorthin sollt das Kind Eiswürfel lutschen oder Eiscreme essen.

Nasenbluten

Wenn dem Kind plötzlich Blut aus der Nase tropft, ist es meist nicht verletzt sondern eine Erkältung im Anzug. Denn durch die Erkältung erweitern sich die Blutgefäße der Nasenscheidewand und reißen leicht ein. Aber auch Nasebohren oder zu heftiges Naseputzen können manchmal zu solchen Blutungen führen.

Behandlung:

In der Regel lässt sich das Nasenbluten mit folgenden Maßnahmen stillen:

Das Kind muss aufrecht sitzen und den Kopf nach vorne beugen (nicht nach hinten!). Auf diese Weise kann das Blut nicht in den Rachenraum laufen, und der sonst drohende Brechreiz wird verhindert. Ist das Kind alt genug, sollte es den Nasenflügel des betroffenen Nasenlochs gegen die Nasenscheidewand drücken. Läuft das Blut aus beiden Nasenöffnungen, wird die ganze Nase zugedrückt und durch den Mund geatmet. Bei kleinen Kindern müssen Eltern diese Handgriffe ausführen. Nach etwa fünf bis sechs Minuten ist das Blut geronnen. Ein kleiner Eisbeutel oder ein Eiswürfel auf dem Nasenrücken hilft, die Blutgerinnung zu beschleunigen.

Helfen diese Maßnahmen nicht, das Nasenbluten zu stillen oder blutet das Kind auffällig oft aus der Nase, so ist ärztlicher Rat einzuholen.

Unfälle mit Schnitt- und Schürfwunden

Vor allem in der warmen Jahreszeit, wenn Beine und Arme nicht durch Kleidung geschützt sind, gehören Unfälle mit Hautabschürfungen zu den häufigsten Verletzungen von Kindern. Aber auch kleine Schnitte durch Steinchen, eine Glasscherbe oder durch einen Rosendorn lassen sich beim Herumtollen der Kleinen oft nicht vermeiden.

Behandlung:

Grundsätzlich müssen Riss- und Platzwunden genau wie große Schürfwunden ärztlich versorgt werden.

Bei kleineren Unfallwunden steht die Reinigung mit einer jodfreien Tinktur oder Calendulaessenz an erster Stelle. Danach sollte man sich die Wunde gründlich anschauen, denn eventuell müssen mit einer Pinzette kleine Schmutzpartikel entfernt werden. Anschließend an die Reinigung ein atmungsaktives Pflaster locker über die Wunde kleben, das nachts wieder abgenommen wird – so kann die Wunde trocknen. Ein Blick in den Impfpass zeigt, ob das Kind die zweite Tetanusimpfung schon bekommen hat (normalerweise sind Einjährige schon ausreichend gegen Wundstarrkrampf geschützt).

Wunde am Knie

Kleinere Wunden des Kindes können sie mit jodfreier Tinktur reineigen und mit buntem Pflaster versorgen- die Freude über die lustigen Motive vertreibt meist auch den Schmerz

Unfälle durch Stromschlag

Selbst wenn Eltern alle Steckdosen in der eigenen Wohnung kindersicher gemacht haben, kann es zu Unfällen durch elektrischen Strom kommen: Auch beim Berühren schadhafter Kabel oder Geräte droht ein Stromschlag, und ist das Kind zu Besuch in einer fremden Wohnung, in der die Steckdosen nicht gesichert sind, kann das fatale Folgen haben

Behandlung:

Schnelles Handeln ist im Falle eines Unfalls mit Stromschlags wichtig! Während der Strom fließt, kommt es zu Muskelkrämpfen beim Kind, es kann die Leitung oder den Gegenstand nicht loslassen. Der Stromkreis muss deshalb unterbrochen werden, indem der Stecker herausgezogen oder die Sicherung herausgedreht wird. Ist dies nicht möglich, hilft ein nicht leitender Gegenstand (zum Beispiel ein Besenstiel aus Holz), das Kind vom Stromkreis zu trennen. Die helfende Person selbst muss aber auf einer Gummimatte, einem Zeitungsstapel oder auf einem Holzbrett stehen, um die Erdleitung zu unterbinden. Ist das Kind nach dem Stromschlag bewusstlos, wird es in eine stabile Seitenlage gebracht und ein Notarzt gerufen. Bei Atem- und/oder Herzstillstand sind Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen.

Sturz-Unfälle

Stürze stehen an der Spitze aller Unfallverletzungen bei Kindern: Babys können vom Wickeltisch, aus dem Bett oder vom Hochstuhl fallen. Beim Klettern auf Möbelstücken oder beim Treppensteigen stürzen besonders Kleinkinder. Ältere Kinder verletzen sich oft beim toben, Fußballspielen oder Fahrradfahren.

Behandlung:

Wenn sich Kinder nach einem Fall aus großer Höhe oder beim Sturz auf den Kopf benommen und schwindlig fühlen, eventuell später sogar erbrechen, muss an eine Gehirnerschütterung gedacht und ein Arzt hinzugezogen werden.

Klagt das Kind über starke Bauchschmerzen, könnte es auf einen Gegenstand gefallen sein und sich eine Milz- oder Leberverletzung zugezogen habe; hier sollte man den Arzt um Rat fragen.

Unfälle mit Knochenbrüche an Armen oder Beinen zeigen sich meist durch eine unnatürliche Stellung der betreffenden Gliedmaße und durch heftige Schmerzen, wenn das Kind den Arm oder das Bein bewegen will. In diesen Fällen muss das betroffene Kind sofort ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Brüche sollte man zunächst notdürftig ruhig stellen, wobei die Bruchstelle nicht bewegut werden darf: Den angewinkelten Arm in eine Schlinge (aus einem Dreieckstuch oder Schal) legen. Den Unterarm kann man auch mit einer Zeitung schienen. Handelt es sich um einen Beinbruch, darf das Bein möglichst nicht bewegt oder verschoben werden. Zwei feste Gegenstände (Stöcke, Bretter oder dergleichen) als Schienen verwenden und mit zwei Tüchern ans Bein binden.

Unfälle mit Verbrennungen und Verbrühungen

Gerade bei kleinen Kindern gehören Verbrennungen und Verbrühungen immer noch zu den häufigsten Unfällen. Die Art er zu ergreifenden Sofortmaßnahmen richtet sich danach, wie tief die Verbrennung ist und wie viel der Körperfläche sie betrifft.

Ärzte unterscheiden drei Schweregrade bei Unfällen mit Verbrennungen:

  • Verbrennungen des ersten Grades sehen aus wie ein Sonnenbrand (der ja auch eine Verbrennung ist). Die Haut ist dabei gerötet, geschwollen und schmerzt.
  • Verbrennungen zweiten Grades erfassen auch tiefere Hautschichten. Es bilden sich mit Gewebsflüssigkeit gefüllte Blasen, bei schweren Unfällen lässt sich die Haut einfach „abwischen“. Die Schmerzen sind fast unerträglich.
  • Unfälle mit Verbrennungen dritten Grades tun meist kaum noch weh, da die Haut völlig zerstört ist. Die Oberfläche kann glasig, weiß, grau oder schwarz verkohlt sein.

Behandlung:

Zunächst müssen eventuell noch brennende Kleidungsstücke mit kaltem Wasser gelöscht werden. Ist kein Wasser vorhanden, wird das Kind in eine Decke oder Jacke gehüllt, um die Flamen zu ersticken. Das Wälzen des Kindes auf dem Boden ist eine weitere Soforthilfemaßnahme, wenn weder Decken, Jacken noch Wasser zur Verfügung stehen. Verbrannte Kleidungsstücke entfernen, sofern sie nicht an der Haut festkleben. Verbrühte Kinder werden sofort ganz ausgezogen. Ganz gleich wie groß die Brandwunde ist, sie muss danach sofort mit kaltem Wasser behandelt werden, und zwar mindestens 10 bis 20 Minuten lang. Dazu wird der betroffene Körperteil entweder unter fließend kaltes Wasser gehalten oder in eine Schüssel oder in einen Eimer mit kaltem Wasser gelegt. Die Kälteeinwirkung von außen verhindert, dass sich die Hitze, die noch in tieferen Hautschichten sitzt, im Körper ausbreitet. Außerdem wirkt kaltes Wasser schmerz lindernd und beugt der Blasenbildung vor. Seine Wirkung kann durch ein paar Tropfen Lavendelöl (in Apotheken erhältlich) noch erhöht werden. Allerdings besteht für die Kaltwasserbehandlung eine Ausnahme: Bei relativ großflächigen Verbrennungen am Körperstamm (Rumpf) kann durch die plötzlich auftretenden Schmerzen und durch den Flüssigkeitsverlust ein Schock auftreten; man sollte deshalb auf diese Maßnahme verzichten.

Verbrennungen bei Kindern

Hat sich das Kind verbrannt oder verbrüht, wird die betroffene Stelle mit kaltem Wasser behandelt

Bei Verbrennungen und Verbrühungen niemals anzuwenden sind Schmalz, Mehl, Öl oder Salben!

Bei kleineren Verbrennungen reicht es, wenn die verbrannte Stelle nach der Kaltwasserbehandlung mit einem Kinderpflaster abgedeckt wird.

Unfälle mit Vergiftungen und Verätzungen

In unseren Haushalten befinden sich ganze Arsenale von Mitteln, die Vergiftungsgefahren für Kinder darstellen: Putz- und Spülmittel, Waschmittel, Weichspüler, Arzneimittel, giftige Pflanzen sowie Zigaretten und Alkohol gehören deshalb an einen kindersicheren Ort: Giftige Stoffe dürfen darüber hinaus niemals in Behälter umgefüllt werden, die für Lebensmittel gedacht sind (etwa Terpentin in eine Mineralwasserflasche oder dergleichen).

Behandlung:

Falls Eltern ihr Kind nicht schon beim Essen oder Trinken einer giftigen Substanz erwischen, sollten sie im Bedarfsfall so schnell wie möglich herausfinden, womit es sich vergiftet hat – danach richten sich die Soforthilfemaßnahmen.

Ist das Kind bewusstlos, dann gilt vor allem, seine Atemwege freizuhalten (eventuell Erbrochenes entfernen!)und es in die stabile Seitenlage zu bringen.

Bei Vergiftungsanzeichen wie Brechreiz, Erregungszustände, Magenkrämpfe, Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit, Atemstörungen oder Atemstillstand muss zuerst die nächste Giftnotzentrale angerufen werden. Dort erfahren Sie, was im Einzelfall zu tun ist – die folgenden Angaben können nur als grobe Anhaltspunkte dienen was man tun kann, wenn das Kind bei Bewusstsein ist:

Bei Vergiftung durch Arzneimittel oder giftige Pflanzen lässt man das Kind viel trinken (Fruchtsäfte oder lauwarmes Wasser) und bringt es dann zum Erbrechen. Dazu wird es über die Knie gelegt und sein Rachen mit einem Löffelstiel (möglichst nicht mit dem Finger, das es zubeißen könnte!) gereizt.

Bei einer Alkoholvergiftung das Kind ebenfalls erbrechen lassen und ihm zusätzlich Traubenzucker geben, wenn es noch bei Bewusstsein ist.

Bei Vergiftungen durch Zigaretten muss herausgefunden werden, wie viele davon gegessen wurden. Ein Notruf ist meist ratsam, er ist jedoch erforderlich, wenn das Kind weniger als zehn Kilo wiegt und eine ganze Zigarette oder einen ganzen Zigarettenstummel verschluckt hat oder wenn ein Kind mit einem größeren Körpergewicht mehr als eine Zigarette oder einen Zigarettenstummel gegessen hat.

Ein Kind, das Schaum bildende Seifen, Wasch- oder Putzmittel zu sich genommen hat, darf weder erbrechen noch etwas trinken – es droht sonst das Ersticken wegen einer einsetzenden Schaumentwicklung.

Um das Kind am Erbrechen zu hindern, sollte man ihm kleine Eisstückchen oder Bonbons zu lutschen geben. Gegen die Schaumbildung helfen spezielle Präparate, die in keiner Hausapotheke fehlen sollten; fragen Sie in Ihrer Apotheke danach.

Hat das Kind Benzin, Fleckenwasser oder Heizöl getrunken, sollten Sie es nicht erbrechen lassen und ihm auf keinen Fall Milch oder Rizinusöl zu trinken geben, sondern Wasser oder ein Kohlensäure freies Getränk.

Vergiftungen mit laugen oder Säuren sind die einzigen Fälle, in denen mit Milch behandelt werden darf. Dem Kind dann größere Mengen Milch oder Wasser einflößen, es aber nicht erbrechen lassen!

Ein Kind, das sich vergiftet hat, sollten Sie so schnell wie möglich ins nächste Krankenhaus bringen. Eine probe des verschluckten Giftstoffes oder die Verpackung des genommenen Arzneimittels unbedingt mitnehmen. Wenn man nicht genau weiß, womit sich das Kind vergiftet hat, gibt eine Probe des Erbrochenen wertvolle Hinweise auf die schädliche Substanz.

Hat sich das Kind die Haut mit Chemikalien verätzt, wird die Kleidung vorsichtig entfernt, die betroffene Körperstelle spült man mit fließendem Wasser ab. Danach legt man ein sauberes Leinen- oder Taschentuch über die Unfallwunde und bringt das Kind zum Arzt oder ins nächste Krankenhaus.

Verschlucken

Jedem Kind gerät mal etwas in den „falschen Hals“. Das ist solang kein Problem, wie es das Bröckchen aus eigener Kraft oder durch ein paar leichte Klapse auf den Rücken wieder hoch husten kann.

Zeigt das Kind aber Atemnot und läuft rot an, muss sofort gehandelt werden: Das Kind mit dem Kopf nach unten übers Knie legen und viermal kräftig mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter schlagen. Ein kleines Kind kann man auch „auf den Kopf stellen“, indem man es an den Füßen hochhält und kräftig schüttelt – dabei löst sich meist ds verschluckte Teilchen.

Verschlucken bei Kindern

Dieser Notfallgriff macht die Atemwege frei

Sitzt etwas im „falschen Hals“ fest, lässt es sich so meist herausbefördern.

Hilft das alles nichts, muss der folgende Notfallgriff angewendet werden:

Die Arme von hinten um das Kind legen, mit der linken Hand eine Faust machen. Die Daumenseite der Faust zwischen Nabel und Rippenbogen auf den Magen des Kindes pressen. Mit der anderen Hand greift man die Faust und führt vier kurze Stöße nach oben aus. Nicht aufgeben, selbst wenn das Kind bewusstlos wird. Dann muss allerdings eine andere Person den Notdienst anrufen.

Lebensrettungsmaßnahmen

Die Kenntnis einiger wichtiger Lebensrettungsmaßnahmen ist für Eltern unerlässlich, damit sie die Möglichkeit haben, bei Unfällen eingreifen zu können. Um ganz sicher zu gehen, wäre der Besuch eines Erst-Hilfe-Kurses empfehlenswert (zum Beispiel beim Roten Kreuz oder bei der Johanniter-Unfallhilfe). In diesen Kursen kann man mehr Sicherheit im Umgang mit Unfallopfern lernen. Über spezielle Erst-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern informiert ein entsprechender Spezialkurs zu diesem Thema.

Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

Zu den wichtigsten lebensrettenden Maßnahmen gehört die stabile Seitenlagerung, in die Sie das Kind dann bringen müssen, wenn es bewusstlos ist.

Das Kind liegt auf dem Rücken. Sie knien seitlich neben dem Körper und schieben behutsam den Arm des Kindes, der zu Ihrer Körperseite zeigt, gestreckt unter seinen Körper.

Nun wird das Bein auf der gleichen Körperseite angebeugt. Danach fassen Sie das Kind an den Schultern und auf der Hüfte an der gegenüberliegenden Körperseite und drehen es ganz langsam zu sich herüber.

Den Arm, der unter dem Körper liegt, ziehen Sie am Ellenbogen ein wenig hervor und winkeln ihn an. Danach schieben Sie den Kopf des Kindes in den Nacken, so dass der Hals leicht überstreckt ist, das Gesicht zeigt dabei leicht nach unten zum Boden hin. Abschließend schieben Sie die Finger der oben liegenden Hand unter die Wange.

Mund-zu-Mund-Beatmung bei Atemstillstand

Atmet das Kind nicht mehr, muss es wieder belebt werden. Dazu müssen Sie jedoch erst prüfen, ob die Luftwege des Kindes frei sind. Befindet sich Erbrochenes, Blut, Schleim, Wasser, Fremdkörper wie Kaugummi Oder Bonbons im Mund, so drehen Sie den Kopf des Kindes zunächst seitlich nach unten und leeren Sie seinen Hals-Rachen-Bereich, indem Sie mit dem Zeigefinger in den Mund des Kindes fahren. Erst wenn die den Luftstrom blockierenden Flüssigkeiten herausgelaufen sind und/oder eiin Fremdkörper entfernt wurde, beginnen Sie mit der Beatmung.

Dazu legen sie das Kind auf den Rücken und knien sich seitlich neben seien Körper in Höhe des Kopfes. Umfassen Sie nun den Kopf mit einer Hand oberhalb der Stirn, mit der anderen das Kinn. Biegen Sie den Kopf des Kindes nach hinten in den Nacken, damit die Luftwege frei sind. Oftmals können diese Griffe schon helfen, dass die Atmung wieder einsetzt. Atmet das Kind immer noch nicht, so umschließen Sie bei Kleinkindern Mund und Nase mit Ihrem Mund. Pusten Sie nun Ihre Ausatmungsluft mit vier kurzen Atemstößen in die Lunge des Kindes. Das Luftspenden erfolgt aber ohne starken Druck, das heißt, Sie atmen nicht völlig aus. Während Sie Ihre Hände noch immer in der beschriebenen Stellung am Kopf und Kinn des Kindes halten, drehen Sie zunächst Ihren Kopf zur Seite und beobachten Sie das Kind, ob sich sein Brustkorb und Oberbauch anheben und senken.

Bei dieser Gelegenheit nehmen Sie selbst ein paar Atemzüge. Danach wiederholen Sie die Atemspende alle zwei Sekunden so lang, bis das Kind von selbst zu atmen beginnt.

Bei größeren Kindern umschließen Sie mit Ihren Lippen den Mund des Kindes und mit der oberen Hand halten Sie seine Nase zu. Nach vier kurzen Atemstößen überprüfen Sie wieder, ob sich Brust und Bauch heben, danach die Atemspende alle drei Sekunden wiederholen.

Lässt sich der Mund des Kindes durch einen Krampf nicht öffnen, muss die Beatmung über die Nase erfolgen. Dazu drücken Sie den Unterkiefer nach vorne und oben und schließen Sie mit dem Daumen den Mund des Kindes, indem Si die Unterlippe gegen die Oberlippe drücken. Während Sie den Kopf in dieser Stellung halten, nehmen Sie die Nase des Kindes in den Mund und verfahren weiter, wie oben beschrieben.

Wiederbelebung und Herzstillstand

Bei einem Unfall mit Herzstillstand muss sofort eine Herzmassage durchgeführt werden. Die ruckartigen Stöße pressen das Herz zusammen und regen dadurch den Blutkreislauf an. Dazu muss das Kind auf einer harten Unterlage liegen (vom Bett auf den Boden legen!). Danach wird die Kleidung entfernt, so dass Sie das kleine Brustbein zwischen den Rippen ertasten können.

Bei einem Baby umspannen Sie den Oberkörper mit Ihren Händen und legen Ihre Daumen auf die Mitte des Brustbeins übereinander. Mit diesem Handgriff üben Sie nun kurz auf den Körper aus, danach lassen Sie kurz los und drücken wieder etwa 1 bis 2 Zentimeter tief ein. Diese rasche Grifffolge muss 100- bis 120mal in der Minute durchgeführt werden.

Handelt es sich um ein Kleinkind, so legen Sie den Handballen einer Hand auf das Brustbein. Mit dieser Hand führen Sie kurze, kräftige Stöße 90- bis 100mal pro Minute aus. Die Körperdecke sollte etwa drei bis vier Zentimeter eingedrückt werden.

Bei einem größeren Kind legen Sie Ihre Hände (eine Hand über die andere) auf den unteren Bereich des Brustbeins. Etwa 90mal pro Minute führen Sie die ruckartigen Stöße aus und drücken dabei vier bis fünf Zentimeter ein

Bei Herzstillstand setzt auch die Atmung aus! Deshalb ist es erforderlich, Herzmassage und Nasenatmung miteinander zu kombinieren. Sind sie in dieser Notsituation alleine, müssen sie zunächst mit der Beatmung (fünf Atemstöße) beginnen, und danach führen Sie etwa 15mal auf dem Brustbein die Herzmassage wie oben beschrieben aus. Anschließend folgen zwei Atemzüge mit vier kurzen Atemstößen und 15mal Druckausübung auf das Brustbein

Sind zwei Personen zur Stelle, sollte die eine die Beatmung und die andere die Herzmassage übernehmen. Das Verhältnis ist, dass auf eine Beatmung fünf Herzkompressionen folgen.

Das gehört in Babys Hausapotheke

  • Bei kleineren Verletzungen bzw. Unfällen ein jodfreies Desinfektionsmittel (brennt nicht)
  • Verbandmaterial (Pflaster und Mullbinden)
  • Verbandschere und eine Splitterpinzette
  • ein digitales Fieberthermometer (sie sind bruchsicher und sehr genau)
  • milde Fieberzäpfchen (vor Verabreichung immer den Arzt fragen)
  • Fenchel- und Kamillentee, Nasentropfen, Zinksalbe für den wunden Po sowie ein Medikament gegen Schaumbildung bei Vergiftungen mit Chemikalien.
  • In die Hausapotheke gehören die aktuellen Telefonnummern vom Kinderarzt, Notarzt und der nächsten Giftnotzentrale.